Ultramarathon am Rennsteig

Stefan, Sarah und Matthias

Erlebnis RennsteiglaufMossautaler Erzieherin Sarah von Kutzleben läuft Ultramarathon!
Und hat im Gepäck ihren Freund Matthias Gerlach und dessen Bruder Stefan. Die drei starteten am vergangenen Samstag für den SC Güttersbach beim Rennsteig Ultramarathon über 72,7 km, der gespickt mit 1500 Höhenmetern wohl zu einem der anspruchvollsten Ultracrossläufen in Europa zählt. Zugleich ist er Europas größte Cross Veranstaltung, bei der mehr als 15000 Starter in acht verschiedenen Disziplinen an den Start gehen. Alleine 8000 Starter gehen über den Halbmarathon an den Start, ca. 3000 über den Marathon, ca. 2000 gehen an den Start beim Ultramarathon. Der Rest teilt sich auf die Disziplinen Handbiker, Nordic Walking, Familienwanderung, Special Cross und Junior Cross. Doch zurück zu unseren Startern vom SC Güttersbach, alle drei gingen zum ersten Mal bei einem Ultramarathon an den Start. Nach der Ankunft in Thüringen am Tag vor dem Rennen, genauer gesagt am Startort des Ultramarathons in Eisenach, wurde im Meldebüro die Startnummer für den nächsten Tag in Empfang genommen. Anstatt wie üblich zur Nudelparty zu gehen, geht man in Thüringen zur Kloßparty. Dort wurde man mit Thüringer Klößen, Rotkraut und Gulasch verwöhnt. Um besser in den Schlaf zu kommen wurde noch ein Köstritzer Schwarzbier des Sponsors dazu getrunken. Am Samstag hieß es dann früh aufstehen, denn der Startschuss viel um Punkt 6.00 Uhr. Alle drei hatten an diesem Tag nur ein Ziel: Ankommen! Dabei hatten Stefan und Matthias einen kleinen Vorteil, sie hatten beschlossen die ganze Strecke zusammen zu laufen, so dass man den Anderen, sollte es einmal nicht so gut laufen, immer unterstützen konnte. Auf dem ersten Drittel der Strecke mussten bereits 700 Höhenmeter überwunden werden, nach 25 km erreichte man den Inselsberg mit 916 Höhenmetern. Leider war es während des gesamten Laufes nebelig und kalt (3° - 7° C) und Ausblicke über den schönen Thüringer Wald blieben verwehrt. Auch der Untergrund sollte den Läufern einiges an Substanz nehmen, so hatte es die Tage zuvor doch heftig geregnet. Zudem wurden durch die steilen Auf- und Abstiege die Knie und die Oberschenkelmuskulatur stark beansprucht. Um die Knie zu schonen, lief Sarah von Kutzleben zum ersten Mal während eines Wettkampfes an der steilsten Bergabpassage 200 Meter rückwärts. Als man schon 30 km in den Beinen hatte, galt es noch mal einen kompletten Marathon zu absolvieren. An den zahlreichen Verpflegungsstellen wurde der berühmte Haferschleim genutzt, um die Speicher wieder zu füllen. Die Beine des Trios wurden im letzten Drittel des Laufes immer schwerer und das Anlaufen nach den Verpflegungsstellen immer mehr zur Last. Kurz vor dem Ort Schmücke musste der höchste Punkt, der auf 1000 m liegt, überwunden werden. Doch die Aussicht jetzt nur noch zehn Kilometer vor sich und fast alle Steigungen hinter sich gelassen zu haben, war für alle Motivation genug, den Zielort Schmiedefeld zu erreichen. Nach 8:35 Std. erreichten Stefan und Matthias Gerlach Hand in Hand das Ziel. Dort wurden Sie von der Sprecherin als Zwillingspärchen begrüßt, was wohl daran lag, dass beide zu diesem Zeitpunkt gleich alt aussahen. In Wirklichkeit aber liegen sie knapp 1 ½ Jahre auseinander. Jetzt nachdem sie glücklich im Ziel angekommen waren, drückten sie die Daumen für Sarah. Würde sie es auch schaffen? Mit einem Endspurt und einem Jubelschrei lief sie nur 50 min nach Stefan und Matthias ins Ziel. Danach wurde im Festzelt mit den anderen Teilnehmern noch lange gefeiert. Ein Spruch eines Teilnehmers blieb am Ende haften „Niemals Erster aber immer ein Sieger“